Wenn das Spielen zur Sucht wird

Ob schon ein einziger Besuch im Spielcasino ausreicht, um der Spielsucht zu verfallen, ist eher unwahrscheinlich. Und auch die ersten Gehversuche bei Onlinespielen sind in der Regel nicht für die klassische Spielsucht verantwortlich. Das Verhalten und Spielverhalten eines Menschen hängt von seiner bewussten Einstellung zur Bereitschaft und Leidenschaft fürs Spielen ab. Selbstkontrolle und auch Distanz sind ebenfalls zwei wichtige Faktoren. > mehr erfahren

Das Spielen an sich sollte in erster Linie einfach nur ein wenig Spaß und auch positive Spannung bereiten. Mehr nicht. Und wer einmal in der Woche sich diesem Vergnügen, welches es immer vorrangig sein sollte, hingibt, ist noch lange kein süchtiger Spieler. Die Pokerrunde am Wochenende, der Treffpunkt Spielcasino einmal im Monat, oder auch das regelmäßige Treffen, um in gewohnter Runde Blackjack zu spielen, ist nicht verwerflich und hat nichts mit einem Suchtverhalten zu tun. Ernstzunehmend sind allerdings Handlungen, wie die der totalen finanziellen Selbstüberschätzung bei Glücksspielen.



Wenn die Distanz zum realen Leben beim Spielen verloren geht, die Selbstkontrolle über das eigene Verhalten schwindet und sich der Spieler zu riskanten Einsätzen verleiten lässt und den Überblick und schließlich sich selbst gänzlich verliert. Das fatale an diesem Zustand ist, dass diesem immer wieder nachgejagt werden will, um einmal das große Los ziehen zu können oder zumindest ein kleines Glücksgefühl empfinden zu können. Der Übergang vom normalen Spieler zum Spielsüchtigen, ist schleichend und geschieht meist völlig unbemerkt. Sich aus dieser Misere wieder mit eigenen Kräften heraus zu winden, ist oftmals ohne fremde Hilfe für die Betroffenen nicht möglich.



Schleichend und unbemerkter Übergang


Vom einfachen und harmlosen Spieler, der hier und da einmal sein Glück versuchen will und das vielleicht sogar in einem regelmäßigen Turnus tut, ist kein krankhafter Spieler. Das Spielverhalten an sich ist es, was den Ausschlag für den weiteren Verlauf eines Spielers ausmacht. Krankhaftes Spielen benötigt eine Basis. Diese erschließt sich aus einer gewissen Bereitschaft zum Risiko, einer Art Labilität und auch einer sehr schlechten Selbstkontrolle. Denn beispielsweise schon allein wer permanent über sein persönlich festgelegtes Limit schießt, ist tatsächlich gefährdet, süchtig zu werden. Selbstdisziplin und Selbstkontrolle werden plötzlich vom Reiz des Spielens übergangen und ignoriert. Sie existieren quasi in Momenten des erhofften Glücks beim Spielen nicht mehr. "Ich will es noch ein allerletztes Mal versuchen", dieser Satz allein ist schon aussagekräftig genug. Immer wieder die Bereitschaft zu signalisieren, dass wenn es sein muss, weit über die Limits und finanziellen Grenzen hinaus schießen zu wollen, sagt alles. Und schon befindet sich der Spieler in einer gefährlichen Spirale der Sucht, der er so schnell nicht entkommen kann. Der finanzielle und seelische Ruin ist vorprogrammiert.



Kopf und Kragen riskieren


Spielsüchtige riskieren Kopf und Kragen, Haus und Hof, Familie und Freunde. Denn um sich dem Glücksspiel hingeben zu können, werden beste Freunde belogen, Familienmitglieder betrogen und manchmal sogar alles auf eine Karte gesetzt. Kein notorischer Spieler ist nicht bis über beide Ohren verschuldet und würde nicht aufhören, wenn es möglich ist, sich weiter zu verschulden, um seinem Spielen nachgehen zu können. Das Prinzip des Spielsüchtigen ist einfach. Erst einmal Platz genommen und mit dem jeweiligen Spiel angefangen, wird solange gespielt, bis kein Geld mehr in den Taschen ist. Stellt sich währenddessen ein Gewinn ein, wird dieser erneut für weitere Spiele eingesetzt. Stellen sich aber Verluste ein und der Spieler trifft permanent daneben, ist die Sucht nach weiteren Spielmöglichkeiten in der Hoffnung auf Gewinne, umso größer. Und genau darin liegt die Krux und auch der Unterschied eines Spielers und eins süchtigen Spielers. Der Süchtige spielt weiter, auch wenn er nichts mehr auf dem Konto hat, die Taschen leer sind und er womöglich schon auf diverse Rücklagen zurückgegriffen hat. Der normale Spieler hört da auf, wo sein Verstand und seine Vernunft ihm dazu rät, aufzuhören, um sich eben nicht zu verschulden.



Selbstkontrolle und Disziplin


Spielzwang oder Spielsucht ist eindeutig daran zu erkennen, dass Betroffene ihren ganzen Lebensstil und täglichen Ablauf darauf ausrichten wolle und tun. Familie, Freunde und Bekannte werden nicht mehr wahrgenommen, alle Gedanken drehen sich nur noch ums Spielen. Soziale Kontakte schwinden zusehends und Erspartes ebenso. Oftmals verlieren Spielsüchtige ihren Job, da sie auch diesen nicht mehr mit höchster Konzentration und Zuverlässigkeit ausführen können. Das Spielen und die Gedanken daran nehmen Überhand und bestimmen das Leben. Die Abhängigkeit ist im vollen Gange und von der Außenwelt überhaupt nicht erkennbar. Das ist auch das fatale an dieser Sucht, dass sie im Vergleich wie bei Alkoholikern oder Drogenabhängigen beispielsweise, an keinem einzigen Merkmal für die Außenwelt dingfest gemacht werden könne. Ehefrauen erkennen die Sucht ihres Ehemannes oftmals erst nach Jahren oder gar nicht. Frauen sind übrigens weitaus seltener für diese Erkrankung empfänglich, als Männer.


Dieser Artikel wurde am Dienstag den 19.12.2017 13:56 erstellt und ist relavant zu Spielsucht, Kontrolle, Disziplin, Anzeichen.